Häufig besteht bei zugewanderten Musikerinnen und Musikern wenig Kenntnis über Strukturen, pädagogische Ansätze und Möglichkeiten musikpädagogischer Tätigkeiten in Deutschland. Zudem verfügen sie oft nicht über entsprechende Abschlüsse, die ihnen eine Anerkennung ermöglichen.
Für Musikinstitutionen ist es wichtig, dass Lehrende ein pädagogisches Grundverständnis mitbringen, das in die Arbeitsweisen und Ziele der jeweiligen Institution passt.
Im Lehrgang sollen in Deutschland lebende fortgeschrittene Musiker/innen aus dem afrikanisch-subsaharischen, asiatischen, lateinamerikanischen und vorderorientalischen Kulturraum (ggf. auch weiteren Regionen), unabhängig von dem jeweiligen Instrument ausgebildet werden.
Ziel ist es, instrumentalpädagogisch tätig sein zu können, sowohl in Musikschulen als auch in anderen Zusammenhängen wie Soziokulturellen Zentren, Jugendzentren, auf dem privaten Markt oder in Schulprojekten. Sowohl kürzlich geflüchtete als auch schon lange hier lebende Menschen mit Migrationshintergrund werden angesprochen.
Voraussetzung für die Teilnahme sind eine langjährige Praxis als Spieler/in auf gehobenem künstlerischen Niveau, pädagogische Vorerfahrung und gute Deutschkenntnisse. Es können bis zu 20 Teilnehmende aufgenommen werden.
Im Lehrgang geht es nicht um die Bestätigung der eigenen Herkunftsmusikkultur, sondern um deren Wertschätzung im Zusammenwirken mit den anderen, sie umgebenden musikalischen und kulturellen Kompetenzen. Als Fächer werden Musiklehre, Musikpädagogik und Selbstmanagement unterrichtet, inhaltlich werden sie entlang der Interessen und Vorerfahrungen der Teilnehmenden gestaltet. Als Lehrende unterrichten Dozenten aus Musikhochschulen und Musikschulen.
Der Lehrgang dauert von September 2018 bis Juli 2019 und findet zweiwöchentlich an der Hochschule für Musik und Tanz Köln sowie an zwei Wochenenden in Heek statt. Er beinhaltet rund 140 Unterrichtseinheiten, zudem Praktika und Hospitationen.